Ich überlegte lange, ob ich meine Beobachtungen und bisherigen Recherchen zur Naturkatastrophe vom 26. August 2026 unterhalb des Langtang Lirung in Nepal in einen Artikel fasse. Einerseits halte ich eine sachliche Geoinformation für wichtig, um die Ursachen und Wechselwirkungen aus geomorphologischer Perspektive aufzuzeigen. Nicht zuletzt, weil in Medien teils vereinfacht oder fehlerhaft von einem Gletscherabbruch als Ursache die Rede ist, was in diesem Fall nicht zutrifft, da die Kausalität insbesondere auf einen Bergsturz verweist und somit im Wesentlichen als gravitative Massenbewegung im Hochgebirge zu verstehen ist, selbstverständlich mit einer weiteren Prozesskaskade. Andererseits ist das Ausmaß des Leids, das von einer Minute auf die andere über die Menschen kam, die hier friedlich in einem landschaftlich wunderschönen Taleinschnitt des Himalayas lebten, eigentlich zu groß, um den Fokus lediglich auf die geowissenschaftliche Forschung zu richten. Maßgeblich ist allerdings auch, wie die gegenwärtigen Analysen zahlreicher Institute in China, Indien und anderen Teilen der Welt dazu beitragen können, künftige Risikobewertungen und Frühwarnsysteme weiter zu optimieren. - Der vorliegende Artikel ist ein bescheidener Beitrag, um die einzelnen Ursachen, Wechselwirkungen und Rückkopplungen einer Prozesskaskade ein wenig mehr zu beleuchten sowie Möglichkeiten und Grenzen der Risikovorhersage zu thematisieren ...